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Gemeinde Großbeeren

Bericht des Bürgermeisters vom 29.08.2019


Sehr geehrter Herr Vorsitzender, sehr geehrte Fraktionsvorsitzende, sehr geehrte Gemeindevertreter, liebe Gäste im Publikum,

herzlich Willkommen zurück aus der politischen Sommerpause. Was ist seit der konstituierenden Sitzung im Juni alles geschehen und worüber können wir uns alle im Nachhinein freuen? Meine Damen und Herren, ich kann Ihnen heute einige Dinge aufzählen. Erinnern Sie sich noch an die feierliche Übergabe der neuen Drehleiter an die Feuerwehr Großbeeren? Das ist bereits fast zwei Monate her. 570.000 Euro wurden investiert um modernste Technik für unsere Kameradinnen und Kameraden zu beschaffen und für unser aller Sicherheit zu sorgen. Wenn wir schon bei der Feuerwehr sind, dann haben Sie alle sicherlich noch den Tag der Retter im Kopf. Ein mehr als gelungenes Ereignis unter der Schirmherrschaft des Ministerpräsidenten Dietmar Woidke in Verantwortung des Fördervereins der Freiwilligen Feuerwehr Großbeeren. Das Fest hat einen unglaublichen Zuspruch erhalten und an dieser Stelle möchte ich mich nochmals ganz herzlich beim Förderverein der Feuerwehr für die Organisation bedanken.

Aber auch die Kultur kam in den vergangenen Wochen nicht zu kurz. Die Kunstmarktgalerie auf dem Gelände des Schlosses in Diedersdorf am 11. August hatte viel für das Publikum zu bieten. Insgesamt 65 Kunstschaffende, im Vorjahr waren es noch 25, boten qualitative Kunst aus der Region. Ein Erfolg, der sich sehen lassen kann und uns allen zeigt, dass Kunst- und Kulturinteressierte gerne nach Großbeeren kommen.

Der ein oder andere hat es bereits gelesen, wir richten uns in Zeiten des Klimawandels neu aus und wollen in die grüne Zukunft starten. Die Eon-e.dis ist derzeit dabei, die alten Lampen in den Wohngebieten sukzessive gegen LED-Lampen auszutauschen. Ca. 2.200 Lampen werden in den kommenden Jahren getauscht. Diese Umstellung macht sich nicht nur im Portemonnaie der Gemeinde bezahlt, da diese kostenfrei erfolgt, sondern wir sparen klimaschädliches CO2. Auf 100 Lampen sparen wir im Jahr 27 Tonnen klimaschädliches CO2 ein. Und wir wollen weitermachen, denn auch unsere Fahrzeugflotte und die Gebäude der Gemeindeverwaltung sollen klimafreundlicher werden, ganz im Sinne einer nachhaltigen Klimapolitik.

Ganz besonders freue ich mich darüber, dass die Verwaltungsleitung ein monatliches Treffen mit den Ortsbeiräten und den Leitern der Geschäftsbereiche eingeführt hat, um Arbeitsabläufe zu straffen und den Ortsbeiräten die Möglichkeit zu geben, Informationen direkt in die monatlichen Sitzungen mit den Bürgerinnen und Bürgern zu nehmen. Das führt automatisch zu einem größeren Verständnis zwischen Verwaltung und Ortsbeiräten und gibt den gewählten Vertretern in den Ortsteilen die entsprechende Verantwortung für ihr politisches Handeln zurück. Zudem erhält die Verwaltung ein direkteres Feedback aus den Ortsteilen und kann stringenter im Zusammenspiel mit den Ortsteilen wirken. Zudem erhalten alle Ortsteile die Möglichkeit über ihre Grenzen hinaus in den Austausch miteinander zu treten und neue Ideen für Kleinbeeren, Heinersdorf und Diedersdorf zu entwickeln. An dieser Stelle herzlichen Dank an die neuen Ortsbeiräte für die gute partnerschaftliche Zusammenarbeit und die gemeinsame Ideenfindung.

Solche Zusammentreffen der Verantwortungsträger zur Stärkung der Ortsteile sind wichtig, denn wir prägen im Kleinen gemeinsam unsere Orte und unsere Heimat. Und wenn ich von Heimat spreche, dann spreche ich von gemeinsamen Anlässen, gemeinsamen Vorhaben, gemeinsamen Festen. Und am schönsten sind die großen Feste - die Heimatfeste. Sie wissen bereits worauf ich hinaus möchte - natürlich - unser Siegesfest. Am vergangenen Wochenende war es wieder soweit - es war Siegesfestzeit. Am Freitag begann das große Fest mit dem traditionellen Fackelumzug in der Berliner Straße bis zum Festplatz an der Ruhlsdorfer Straße. Und ich hatte ehrlich das Gefühl, dass es mehr Menschen waren als im vergangenen Jahr, die dem Spielmannzug gefolgt waren. Es wurde viel geboten: Eine Händlergasse, zahlreiche historische Truppen, Spiel und Spaß für Groß und Klein und ein phänomenales Feuerwerk. Ich selbst bin am Samstag um 2.00 Uhr morgens gegangen und es wurde immer noch getanzt. Nach drei Tagen Feiern kann ich mit Bestimmtheit behaupten - ich bin doch nicht mehr so feiertauglich wie ich dachte. Die Resonanz aus der Bevölkerung, die unserer Pressestelle, dem Sekretariat sowie dem veranstaltenden Unternehmen entgegengebracht wurde, war durchweg positiv. An dieser Stelle herzlichen Dank an Plaided Events und allen Kolleginnen und Kollegen aus der Verwaltung für das Zusammenspiel, auch wenn Schweiß und Nerven auf der Strecke geblieben sind - euer Erfolg ist unser Erfolg.

Meine Damen und Herren,

nach der Wahl ist vor der Wahl, heißt es immer so schön. Viele von Ihnen haben in diesem Jahr ihre richtungsweisenden Kreuze bei der Europa- und Kommunalwahl setzen können. Einige von Ihnen haben bereits ihre Kreuze für die anstehende Landtagswahl am 01. September gemacht. Einige von Ihnen sind aber noch unentschlossen und hadern mit ihrer Entscheidung.

Ja, politisch hat sich eine Menge getan im Bund, im Land und natürlich auch vor Ort. Bald ist es 30 Jahre her, dass die beiden deutschen Länder zusammengewachsen sind. 30 Jahre, die wir auch politisch einen Neuanfang lernen und leben mussten. Wenn wir diese 30 Jahre einmal zurückdenken, dann sehen wir, dass sich in drei Jahrzehnten eine Menge geändert hat - nicht nur vor unserer Haustür, sondern global. Wir kämpfen heute mit anderen Sorgen als damals - Klimawandel, Überbevölkerung oder Globalisierung sind die Schlagworte, mit denen wir uns heute auseinandersetzen. Ich weiß noch, dass es vor 30 Jahren andere Schlagworte waren: da ging es um Reisefreiheit, um Teilung oder Zusammenwachsen, um Aufarbeitung und um Gemeinsamkeiten, aber auch um einen gemeinsamen Weg in die Zukunft. Wir haben uns alle damals gemeinsam auf dem Weg begeben es anders zu machen, es besser zu machen und gegen das Vergessen zu arbeiten. Und heute, fast 30 Jahre später stelle ich mir folgende Fragen: Haben wir vergessen wie es war unter Diktaturen Repressalien zu erleiden? Haben wir es vergessen, dass Gewalt und Angst nicht zu Freiheit und Glückseligkeit führen, sondern zu Hass und Terror?

Meine Damen und Herren, Ich hoffe Sie alle sehen, so wie ich auch, dass die Gefahr, dass das Unrecht in dieser extremsten Form wiederkehrt auch heute noch besteht. Ja die eitle Fratze des Unrechts zeigt sich nicht nur dann, wenn man die Abendnachrichten schaut und unfassbare Bilder aus Syrien, dem Sudan oder dem Jemen sieht. Bilder, die einst aus dem zerstörten Europa kamen. Nein, sie zeigt sich auch bei uns - hier - in unserem neuen Europa und viel deutlicher noch in unserem Land. Und diese Fratze zeigt sich nicht nur im Verborgenen, wie durch die Morde der NSU oder durch feige Angriffe auf Menschen - oftmals Menschen aus anderen Ländern - aber dennoch Menschen. Die Fratze zeigt sich noch viel deutlicher bei Aufmärschen in unserer Mitte - wie einst in Chemnitz. Nein, meine Damen und Herren, es ist viel schlimmer noch und manchmal noch verheerender - manchmal fängt es erst damit an. Aus Wut erwächst Unheil. Und diese blinde Wut gegen das Fremde kann sich ganz schnell zu einer Wut gegen alle entwickeln. Gegen Sie, oder Sie, oder sogar Sie.

Brandenburg steht vor einer richtungsweisenden Wahl. Wollen wir den Rechten Platz geben oder wollen wir mit den demokratischen Kräften weitermachen? Ja ich gebe es zu, auch ich bin das ein oder andere Mal enttäuscht worden und habe mir gedacht, dass eine Veränderung gut wäre. Aber glauben Sie mir, die Veränderung wohnt in uns und nicht in der Hetze und in den Parolen der ewig Gestrigen, die sich jetzt selbstbewusst an die Front einer neuer "Wendebewegung" setzen wollen. Ich kann Ihnen eines sagen: Ich persönlich habe Angst davor, dass das, was wir uns in den letzten Jahrzehnten aufgebaut und mühsam erarbeitet haben, durch Rücksichtslosigkeit und Missgunst zerstört wird. Ich spreche es offen aus, die AfD ist keine Partei der Vernünftigen, die AfD ist keine Alternative für einen positiven Neuanfang, die AfD ist eine Partei, die den rechten Populismus pflegt und lebt. Diese Partei ist - und das sage ich mit erhobenem Haupte - gefährlich. So bitte ich alle, die Ihre Kreuze noch machen werden - gehen Sie am Sonntag wählen! Wählen Sie die Grünen, oder die CDU, oder die FDP oder sogar die SPD, aber bitte verhindern Sie den Anfang einer rechten Bewegung in Brandenburg.

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