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Gemeinde Großbeeren

Bericht des Bürgermeisters vom 19.12.2019


Sehr geehrte Frau Vorsitzende, sehr geehrte Fraktionsvorsitzende, sehr geehrte Gemeindevertreter, liebe Gäste im Publikum,

ich kann es nicht mehr beschönigen, aber so kann es nicht bleiben - so darf es nicht weitergehen. Sie wissen alle wovon ich rede. Es geht um die Gemeindevertreterinnen und Gemeindevertreter, es geht um die Verwaltung, es geht um die Gemeinde - es geht um uns!

Ich werde heute darauf verzichten, alles zu beschönigen. Großbeeren ist in Verruf gekommen, Großbeeren steckt in einer schweren Krise, wir stecken in einer schweren Krise. Und wissen Sie was - es geht doch um uns! Wir kämpfen, um Rettungsboote auf einem scheinbar sinkenden Schiff, anstatt anzufangen die Löcher zu flicken, die uns nicht nur hinterlassen wurden, sondern die auch zwangsläufig zu weiteren Rissen führten. Ich bin jetzt mehr als anderthalb Jahre Ihr aller Bürgermeister, direkt gewählt, kämpfe mich durch einen Sumpf aus offenen Fragen und Unklarheiten mit einem tollen Team, auf das wir alle stolz sein können.

Aber, anstatt die Frage zu erhalten: Wie können wir Dir helfen? Wird die Nebelkerzenmethode gewählt, um eigene Unzulänglichkeiten der Vergangenheit zu verschleiern. Meine Damen und Herren - ich bin es leid. Wo ist unsere Zukunft geblieben? Ich sage es Ihnen allen, die hier sitzen - in der Vergangenheit. Ich bin Optimist - immer gewesen, doch wie kann ein Optimist alleine für Bewegung sorgen? Ist es der EINE, wie ein Gemeindevertreter in einer Wurfmitteilung aussagt oder ist es jeder von UNS, der hier sitzt?

Meine Damen und Herren, ja, ich bin schuldig. Schuldig in dem Sinne, dass ich Moral über politisches Kalkül stelle, dass ich die Gemeinde vor Einzelinteressen stelle, dass ich Verantwortung tragen möchte. Wir alle, die hier in diesem Gremium sitzen, haben eines gemeinsam - wir sind angetreten, um Verantwortung zu tragen und nicht, weil wir mächtig sein wollen. Die Botschaften der vergangenen Wochen waren vergiftet, boshaft, verleumderisch und anmaßend und am Ende bekommt man immer nur zu hören - DURCHHALTEN! Sagen Sie mir, was bringt das Durchhalten, wenn jeder seins macht?

Ja, es gibt Lichtblicke, es gibt Menschen in diesem Gremium, die erkannt haben, dass es anders werden muss. Der ewige Zwist, der heraufbeschworene Streit - wofür das alles? Für uns? Meinetwegen? Für die Gemeinde? Wohin soll das denn führen?

Die Interessen eines Einzelnen vermischt mit Egozentrik und Emotionen - das alles birgt Sprengstoff für die kommenden Jahre. Daraus geboren sind Frust und vielleicht auch ein heimlicher Groll. Wollen wir das? Ich nicht, der EINE wie es so schön heißt. Jeder der mich kennt, weiß, dass ich so nicht bin. Aber es ist jetzt an der Zeit, ernste Worte zu finden - ich bin nämlich Ihr Bürgermeister und die Menschen im Ort erwarten das von mir. Doch eine Faust auf dem Tisch werden Sie von mir nicht bekommen - dieses perfide Spiel spiele ich nicht mit. In diesem perfiden Spiel bin ich nicht gut genug und werde es auch niemals sein. Heute haben sich erneut wieder zahlreiche Bürgerinnen und Bürger hier versammelt, um sich vor den Festtagen erneut ein Schauspiel anzusehen - ein kostenloses Theaterstück, wie überall im Ort geunkt wird. Wo sind wir nur hingekommen? Wo ist das Miteinander abgeblieben, frage ich Sie heute ganz ernsthaft.

Sie alle in diesem Raum sehen, dass die Verwaltung heute nicht in voller Stärke anwesend sein kann. Ja, sie sehen, was der Druck auslösen kann - wir verlieren Leute an unserer Seite, die das Gute im Sinn haben. Unser Personal läuft seit Jahren unter Volllast, seit Monaten jedoch unter zusätzlicher Belastung. Sehenden Auges wird akzeptiert, dass die Verwaltung neben ihrer bereits jetzt schon kaum abzuarbeitenden Arbeit mit zusätzlichen Aufgaben belastet wird. Oftmals wurde es angemahnt, auch von denjenigen, die heute nicht anwesend sein können, weil sie einfach nicht mehr können.

Und wissen Sie, meine Damen und Herren, was das Allerschlimmste ist fünf Tage vor Weihnachten? Dass wir an einem Punkt angekommen sind, an dem wir nicht mehr besinnlich sein können. Wir sind an einem Punkt angekommen, an dem wir alle sagen müssen, dass wir übertrieben haben - ich schließe mich da überhaupt nicht aus. Ich habe in den letzten Tagen meinen Leuten in der Verwaltung zu viel abverlangt, um allen gerecht werden zu können. Das war, nein, das ist mein größter Fehler.

Der wichtigste Punkt am heutigen Abend ist, dafür zu kämpfen, dass die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Verwaltung für Weihnachten, für Dezember 2019 ihr Gehalt erhalten. Wenn der Nachtragshaushalt heute nicht bestätigt werden sollte, dann tragen wir alle die Verantwortung, denn ich habe nur eine Stimme hier.

Und daher hoffe ich, dass wir im Jahr 2020 zu einer guten, konstruktiven Zusammenarbeit zurückfinden können, dass wir mit einem positiven und frischen Blick in das neue Jahr starten und schlussendlich wir wieder Hand in Hand an einem Tisch sitzen werden.

Lassen Sie uns gemeinsam zurückfinden zur Sachpolitik für die Menschen im Ort. Der Haushalt 2020 sollte die Agenda der kommenden Jahre mitbestimmen. Wir gemeinsam sind verantwortlich für die anstehen Aufgaben: Kita-Neubau, Schulerweiterung, Infrastruktur oder den Ausbau des Gutshofes. Aber auch wie unsere Wohnquartiere aufgewertet werden und wo neue hinzukommen sollen, müssen wir gemeinsam diskutieren. Ich bin bereit ihre Anregungen mit Ihnen zu diskutieren. Laden Sie mich ein in Ihre Fraktionen und zeigen Sie mir Ihre Agenda für Großbeeren - ich versichere Ihnen, wir liegen nah beieinander.

Nun möchte ich Ihnen allen für die anstehenden Weihnachtsfeiertage eine ruhige und vor allem auch besinnliche Zeit wünschen. Rutschen Sie gut in das neue Jahr hinein!


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